Magyar-Vizsla Zucht der Familie Griep - Zwinger vom Hugenberg

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Kastration oder „ wir basteln uns ein Sportgerät „

Das hier wird natürlich keine wissenschaftliche Abhandlung über die Kastration von Hunden.
Hier möchte ich einzig und allein einmal ein paar Gedanken niederschreiben, die vielleicht
zum Nachdenken anregen können.

„Das Ziel der Kastration von Hunden ist in erster Linie die Verhinderung von unerwünschtem Nachwuchs, um potenzielle Erkrankungen zu vermeiden und um die Haltung zu erleichtern.“

Diese Definition finde ich im Internet. Ich kann das auch so stehen lassen, vorausgesetzt, die Aussage „ um die Haltung zu erleichtern „ bezieht sich auf die Mehrhundehaltung. Also, medizinische Gründe und Mehrhundehaltung sind aus meiner Sicht echte Gründe für eine Kastration.

Viele Hundehalter möchten aber, sei es aus Unwissenheit und/oder aufgrund falscher Beratung ihren vierbeinigen Freund kastrieren lassen, um so bestimmten unerwünschten Verhaltensweisen entgegenzuwirken. Die Kastration als Allheilmittel, als letzte Rettung, wenn Schnuffi nicht so funktioniert, wie sein Halter es gern hätte.
Eher selten wird dabei aber über ein mögliches Fehlverhalten des Halters selbst nachgedacht.
Auch das Alter des Hundes, also die entsprechende Entwicklungsphase wird nicht wirklich bedacht und reflektiert.
Die schnellste und scheinbar einfachste Lösung ist da die Kastration. Mit einem Schnitt wird aus einer SIE und aus einem ER ein gesellschaftsfähiges ES gemacht.
Der Alltag zeigt aber, dass ES durchaus weiterhin oder gerade jetzt Probleme mit seinesgleichen bekommt.
Ein spät kastrierter Rüde, hat natürlich seine Vergangenheit im Gepäck und weiß sehr wohl, aus erlernten und lang bewährten  Verhaltensweisen, was von ihm erwartet wird.
Hier liegen auch schon aus meiner Sicht eine Vielzahl der Probleme begründet.
Ich selber habe mit unserem Baldo ( ein aus medizinischer Indikation spät kastrierter Rüde ) diese Erfahrung machen müssen. Baldo war 5 Jahre lang ein GANZER KERL ( ich muss zugeben, ohne echte Probleme für Herrchen und Frauchen ).
Nach seiner Kastration ist uns leider immer wieder ein sehr forscher , draufgängerischer Rüde an der Leine rumgesprungen, der vorsichtshalber mal bei jedem Rüden ruckzuck in die Offensive gegangen ist. Baldo hat aus meiner Sicht sehr schnell die Erfahrung gemacht ( machen müssen ), dass er als Kastrat erkannt wird – da diese Situation nicht  zu seinem bisherigen Lebensgefühl passte, hat er schnell auf sein erlerntes Rüdenverhalten zurückgegriffen und VORSICHTSHALBER mal einen auf DICKE HOSE gemacht.
Armer Baldo – dauernder Stress – ab diesem Moment auch für uns.
Es gibt so viele Gründe gegen die Kastration, wie es sie vielleicht auch für eine Kastration gibt.
Ich persönlich meine, es ist doch ein recht großer Einschnitt in die Entwicklung bzw. in das bisherige hormonell gelebte Leben, dass man diesen Schritt durchaus sehr genau bedenken sollte ( die Möglichkeit einer TESTPHASE durch die so genannte CHEMISCHE KASTRATION ist beim Rüden gegeben – vielleicht ist diese Testphase auch einfach nur ein Hilfsmittel, um die Pöbelzeit zu umschiffen? ).
Ob nun Frühkastration  ( beim Rüden vor der Geschlechtsreife, bei der Hündin vor der ersten Läufigkeit ) – auch hier gibt es ständig diskutierte Vor – und Nachteile –oder eine Kastration nach Erreichen der Geschlechtsreife und bzw. der körperlichen und charakterlichen Ausreifung bleibt nun auch jedem selbst überlassen.
Wir versuchen OHNE Kastration mit unseren Hunden zu leben. Unsere Tochter haben wir auch mit etwas Geschick durch die Pubertät bekommen und die zu draufgängerischen jungen Männer durchaus mit einer klaren Ansage weitestgehend von ihr fernhalten können
Wir sind bereit, uns mit den unterschiedlichen Entwicklungsstufen unserer Hunde auseinander zu setzen, nein, wir sind sogar froh, ein Mädel, eine reife Dame, einen Halbstarken und einen ganzen Kerl zu haben.

5 Jahre junger Hund – 5 Jahre guter Hund – 5 Jahre alter Hund

Das Leben ist keine Konstante und wer sich mit der Anschaffung eines Hundes eine solche Konstante schaffen will, ist meiner Meinung nach nicht wirklich reif für eine solche Entscheidung.
In der Überschrift heißt es: wir basteln uns ein Sportgerät – beim Durchlesen meines bisherigen Textes fehlt hier nun völlig der Bezug - ich möchte ihn herstellen.
Wer sich einen Hund anschafft, um damit seine Freizeit zu verbringen, seine Hobbys zu gestalten und sich vielleicht ganz neu in sportlichen Gruppen betätigen und bestätigen möchte, trifft meiner Meinung nach eine gute Entscheidung.
ABER, muss Schnuffi ein neutralisiertes ES sein, der ständig ohne Probleme zu machen funktionsbereit ist?
Ich gebe zu bedenken: 1. klappt das nicht immer und 2. stellt sich hier nicht wieder der Mensch mit seinen Bedürfnissen  nach Freizeitstress und Gestaltung in den Vordergrund ?
Es gibt ganz sicher echte Gründe einen Hund kastrieren zu lassen – und viele Kastraten wie auch unkastrierte Rüden kommen entspannt durchs Leben.
Die Läufigkeit einer Hündin stört schon einmal den Terminkalender, der absolut aufgedrehte, ständig rumschnüffelnde und aufreitende Rüde nervt nicht nur seine Besitzer, aber kann man denn hier vielleicht doch einmal Ruhe bewahren, überdenken, erziehen, sich kurzfristig zurückziehen, einmal eine ungewollte Auszeit nehmen.....
Wer ein immer einsetzbares Sportgerät sucht, sollte vielleicht doch lieber golfen, segeln, squaschen, inlinern, paragliden,......
Das ist alles nur meine ganz persönliche Meinung und momentane Einstellung zum Thema Kastration.

Wie schon erwähnt, es gibt echte Gründe für eine solche.
Mir ist allerdings eines in letzter Zeit aufgefallen und auch wirklich aufgestoßen.
Auf Hundeplätzen hört man oft den ein oder anderen Trainer über den Platz brüllen:
Wieviel unkastrierte Rüden sind denn heute auf dem Platz?
Ist ein unkastrierter Hund wirklich die Ausnahme, ist er erwähnenswert.
Bei mir heißen die Unkastrierten: Rüde oder Hündin und die Kastrierten sind die Kastraten!